Wir möchten eine jetzt schon altehrwürdige Tradition weiterführen und aktive und ehemalige SchülerInnen bzw. LehrerInnen zu einem Quiz der besonderen Art einladen. Einige kennen es vielleicht schon: 

Es handelt sich um das 30. Schulquiz der Stiftsschule, das im Jahr 1997 seine Premiere feierte und seitdem versucht, auch in Zeiten des Internets immer wieder interessante und schwierig zu lösende Aufgaben zu kreieren. Es ist bewusst so angelegt, dass einer allein kaum alle Lösungen herausfinden kann, daher soll das Quiz die „ganze Familie“ zusammenbringen und gemeinsam rätseln lassen (einige „Teams“ sollen inzwischen mehr als 10 Personen stark sein).

Dieses Quiz umfasst immer 13 Fragen, über deren Lösungen man Hinweise auf die Beantwortung einer „Superfrage“ erhält.

Die Druckkosten übernimmt die Schule. Die Mindestgewinnsumme von 250,- € ist durch die Amoeneburgia (!) gesichert. Dazu kommt die Summe der verkauften Quizzettel (jeder für 2,- €]. In all den Jahren kamen so immer um die 500,- € zusammen, die komplett ausgeschüttet wurden! Teilnahmeberechtigt sind alle (auch) ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Stiftsschule genauso wie die Lehrerinnen und Lehrer sowie alle weiteren Bediensteten. Der Zeitraum für die Bearbeitung erstreckt sich über die gesamten Weihnachtsferien bis zum 10.01.2026

Die 2,- € werden einfach bei Abruf des Fragebogens per E-Mal als „fiktiv“ als bezahlt gerechnet und bei einem Gewinn wieder abgezogen. Das erleichtert die Gewinn-Ausschüttung doch sehr!           

Alle weiteren Details sind dem Quiz angeheftet!

Bitte ruft den aktuellen Fragebogen ab bei

Tobias Brandt   to_ju_brandt@web.de    und        Reinhard Forst   r-forst@web.de

Ein Highlight aus dem letzten Quiz – besonders für Altphilologen!

12. glänzend mit dem Glanz von Gold                               
(Buchstabenzahl des Namens des Schriftstellers – 2 = Längengrad einer Stadt an einer weißen Spitze)   

Wie gesichert die Information ist, dass ein Schriftsteller gemäß einer in einer außereuropäischen Stadt gefundenen Inschrift dort geboren wurde, können wir nicht beurteilen. Sicher ist allerdings, dass ein Kirchenvater dort länger als 30 Jahre Bischof war. 

Der Schriftsteller wurde auch bekannt, weil er sich gerne mit Skandalgeschichten befasste. Er schrieb  auch über Sportereignisse. Aber davon ist nichts erhalten. In einem erhaltenen Werk gibt es aber einen unglaublich klingenden Satz, der durch einen Fund von Archäologen neue Bedeutung erhalten hat. Einerseits macht es der Fund sehr wahrscheinlich, dass die Aussage des Satzes tatsächlich zutrifft. Und umgekehrt ermöglichte dieser Satz den Archäologen eine überraschende Deutungsmöglichkeit. Damit scheint es sicher, dass nicht ein deutscher Fernsehturm aus dem 20. Jahrhundert, sondern schon mehr als 1000 Jahre früher ein anderes Gebäude etwas durchaus Vergleichbares beherbergte.

a) Wie heißt dieses Gebäude?    

b) Welche Erfindung beherbergte es?

Und hier die Lösung!

12. Der erste Satz des Wikipedia-Artikels zu den Kirchenvätern lautet z.Zt. folgendermaßen: Als Kirchenvater (von lateinisch pater ecclesiae zu altgriechisch πατὴρ ἐκκλησιαστικός patḗr ekklēsiastikós) wird ein christlicher Autor der ersten acht Jahrhunderte n. Chr. bezeichnet, der entscheidend zur Lehre und zum Selbstverständnis des Christentums beigetragen hat und deshalb mit dem Ehrentitel Kirchenlehrer ausgezeichnet wurde, und dessen Leben als heilig-mäßig gilt. Acht Kirchenväter werden als „große Kirchenväter“ bezeichnet, vier aus dem Orient, vier aus dem Okzident. Zu den westlichen Kirchenvätern gehört der hl. Augustinus, Augustinus von Hippo, von dem eine Reihe bemerkenswerter Texte erhalten geblieben ist. Hippo / Hippo Regius ist eine Stadt im Nordosten des heutigen Algerien. Wie das ca. 300km direkt östlich von Hippo gelegene Karthago (jetzt in Tunesien) war es eine phönizische Grün-dung im Gebiet der Numider. Der in Thagaste (ca. 70 km südlich von Hippo) geborene Augustinus war 35 Jahre Bischof in Hippo. Zu Beginn der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde in Hippo das Bruchstück einer Inschrift gefunden, die Anlass (aber noch keine Sicherheit) gab, Hippo als Heimat des römischen Schriftsteller Sueton anzusehen. Geburts- und Sterbedatum von Sueton sind nicht sicher. Aber aufgrund von zeitgenössischen Zeugnissen, wie

von Plinius dem Jüngeren, der den Vesuvausbruch im Jahre 79 n.Chr. miterlebte, können wir die Lebenszeit Suetons grob auf 30 Jahre vor bis 30 Jahre nach 100 n.Chr. bestimmen. Zum Todesjahr findet man Angaben von 122 n.Chr. bis 140. Er schrieb über berühmte Personen, auch über die Spiele der Griechen (neben den Olympischen Spielen gab es ja als große Ereignisse noch die Pythischen Spiele in Delphi, die Nemeischen Spiele in Nemea, in der Nähe

von Mykene, und die Isthmischen Spiele am Isthmos von Korinth (s. Schillers Die Kraniche des Ibykus)). Erhalten geblieben sind nur die Kaiserbiografien. Und hier findet sich bei der Biografie Neros (31) ein Halbsatz, der in unserer Zeit neue Bedeutung gewann. Sueton berichtet von der Domus Aurea, dem „goldenen Haus“, das Nero nach dem Brand Roms errichten ließ.

Aktueller Stand der Rekonstruktion des Speisesaals 

Es sollte die Macht und die Herrlichkeit des Kaisers veranschaulichen. Mit dem Bau beauftragte Nero die Architekten Severus und CelerDie Innendekoration lag in den Händen des Malers Fabullus. In den Annalen von Tacitus wird erwähnt, dass der Kaiser selbst die Arbeit beaufsichtigte und sich um jedes Detail des Projekts kümmerte. Das römische Volk hasste das goldene Haus, weil es gebaut worden war, indem die Tempel von Rom und Griechenland ihrer prächtigen Statuen beraubt und das Vermögen der reichsten Bürger der Stadt und des gesamten Reiches dazu verwendet worden waren. Über die Eröffnung schreibt Sueton “ut diceret, quasi hominem tandem habitare coepisse“ (Nero, 31,2) „soll er gesagt haben, nun endlich angefangen zu haben wie ein Mensch zu wohnen“ 

Der Begriff „domus = Haus“ ist dabei eine völlige Untertreibung. Es handelte sich um einen etwa einen Quadrat-kilometer (!) großen Komplex im Zentrum Roms mit Gebäuden, Säulenhallen, einem künstlichen See, Bäumen, Wiesen mit wilden und zahmen Tieren und Weingärten. Auch eine ca. 40m hohe Kolossalstatue Neros gehörte dazu. Selbst Seneca bewundert die Pracht mithilfe eines Zitats aus Ovids Metamorphosen (Regia Solis erat sublimibus alta columnis, clara micante auro – glänzend mit dem Glanz von Gold). Der Biograph Sueton beschreibt einen besonderen Speiseraum, in dem man auf die Speisenden mithilfe einer beweglichen Deckenvertäfelung aus Elfenbeinplatten Blumen herabregnen lassen konnte, und fährt fort: praecipua cenationum rotunda, quae perpetuo diebus et noctibus vice mundi circumageretur (ein spezieller Speiseraum war rund.


Er bewegte sich ohne Unterbrechung im Kreis, Tag undNacht, wie die Erdkugel). Noch jetzt kann man an manchen Stellen des Internets Aussagen folgender Art finden: Sueton drückt sich hier ungenau aus. Gemeint ist, dass die Decke des Raums sich drehte. Nun zeigt aber ein Fund von Archäologen, dass Sueton offensichtlich doch zutreffend berichtete. Sie fanden auf dem Palatinhügel einen runden, aus Ziegelsteinen gebauten Pfeiler von 16m Durchmesser mit einem Treppenaufgang. Dieser Pfeiler trug offenbar eine Holzkonstruktion, auf der sich der Fußboden des runden Speisesaals bewegte. 

Diese Drehbewegung erfolgte offenbar durch Wasser, dessen Druck auf Zahnräder übertragen wurde. Die Konstruktion selbst ist immer noch nicht in allen Einzelheiten geklärt, aber es gibt doch genügend Erkenntnisse, die eine animierte Rekonstruktion ermöglichen (sehenswert!). Die Speisenden müssen wirklich eine fantastische Aussicht genossen haben. Heutzutage gibt es aus dem gleichen Grund viele Fernsehtürme mit Drehrestaurants. Das älteste befindet sich höchstwahrscheinlich im 1959 erbauten Florianturm in Dortmund.