Auf einem Spaziergang durch die Tropen aller Kontinente erkunden wir verschiedene Nutzpflanzen. Wir verwenden sie in der Küche, als Heilpflanze oder nutzen sie als Rohstoff. Die Produkte sind uns wohlvertraut, aber wie sehen die dazu passenden Pflanzen aus? Wo kommen sie her, wie werden sie angebaut und was sind ihre Besonderheiten? In den Frankfurter Tropen sind sie hautnah zu erleben und mit verschiedenen Sinnen zu erfahren.

Unser Rundgang durch das Tropicarium führte uns systematisch von den Wüsten und Savannen der trockenen Tropen in die Nebel- und Regenwälder der feuchten Tropen und beim Wechsel von einem Schaugewächshaus ins andere wurden die Unterschiede bezüglich Temperatur und Feuchtigkeit zwischen den verschiedenen tropischen Klimatypen spürbar und die Pflanzengesellschaften und ihre Anpassungsstrategien an die unterschiedlichen Lebensraumbedingungen variierten ebenfalls stark.
Vor dem Hintergrund unserer Unterrichtsreihe „La France et la francophonie“ mit dem Schwerpunkt Kakaoanbau in Westafrika (Elfenbeinküste und Ghana)/Fairer Handel/Nachhaltige Entwicklung, galt das Hauptinteresse unserer Exkursion dem Kakao. Wir konnten Kakaobäume mit Fruchtansätzen sehen und uns rohe Kakaobohnen durch die Finger gleiten lassen. Unsere Führerin erklärt uns, wie Kakao angebaut wird, wie Kakaobohnen geerntet und weiterverarbeitet werden und welche Grundprodukte daraus gewonnen werden, die dann in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie weiterverarbeitet werden.
Sie ging auch auf die Umweltzerstörung in den Produktionsländern und auf Aspekte des Welthandels mit dem Rohstoff Kakao ein und spendierte uns sogar ein Stück Fairtrade-Schokolade.

Darüber hinaus gab es auf der ganzen Führung viel Wissenswertes zu erfahren und praktisch auszuprobieren. Wir haben zum Beispiel an einer Vanilleschote geschnuppert und konnten feststellen, dass der Geruch einer Vanilleschote viel komplexer ist als der des in der Lebensmittelherstellung üblichen (überwiegend synthetisch hergestellten) Vanillins und wir konnten die feuchtigkeitsspendende Wirkung von Aloe Vera selbst an unserer Haut ausprobieren.

Auf weiteren Stationen unseres Rundgangs konnten wir zum Beispiel verschiedenen Arten von Kakteen, Agaven und Bananenarten sowie Kaffee, Reis und den afrikanischen Baobab anschauen und erfahren, dass z.B. die Früchte (z.B. Kakusfeigen, (Koch-) Bananen, Kaffeebohnen) oder Samenstände (Vanilleschoten, Reiskörner) essbar sind oder dass die Pflanze zur Gewinnung von Fasern genutzt wird (verschiedene Agaven- und Bananenarten). Wir wissen jetzt auch, dass Tequila aus Agaven hergestellt wird. 😀

Wir hatten wirklich großes Glück mit unserer Führerin. Wir bedanken uns bei der Amoeneburgia für die Förderung dieser kurzweiligen, lehrreichen und runderhum gelungenen Exkursion.